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Bericht Narrenweckruf - Südkurier
Donnerstag, 07. Januar 2010

Narren aus ihrem Schlaf erwacht

 

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Der Hänseler und Kaujohle auf dem Rathausbrunnen.

Foto: Anreas Lang

Ein schönes Lichterspiel, flackernde Schwedenfeuer und eine wunderschöne Kulisse vor dem ausgeleuchteten Fachwerkhaus der Touristinformation sorgen beim Narrenweckruf der Historischen Narrenzunft Markdorf für eine ganz besondere Atmosphäre. Der Brunnen auf dem Rathausplatz steht am Anfang des schaurig-schönen Narrenweckruf-Schauspiels im Mittelpunkt. Nahezu majestätisch marschiert der Zug der großen Narrenschar vom Zunfthaus Obertor auf den Rathausplatz. Musikalisch angeführt werden die Narrengruppen von „Narrenbolizei“ Heinz Schwenninger und der Stadtkapelle Markdorf unter der Stabführung von Vize-Dirigent Ewald Sträßle.

Die Fahnenschwingergruppe Markdorf unter der Leitung von Tobias Riegger steht beim Einzug der Narren mit ihren Fahnen Spalier. Nachdem sich die Narren auf dem Rathausplatz verteilt haben – Hänseler und Kaujohle, Narrenräte, Alt-Markdorferinnen, Narrenbüttel, Narrenbolizei, Vermessungstrupp sowie die Zunftkapelle und Fahnenschwingergruppe – entsteht ein imposantes Bild.

Zunftmeister Otto Gäng freut sich, zu diesem außergewöhnlichen Schauspiel über 200 Besucher begrüßen zu können. Nach den Grußworten gehört die Bühne den Maskengruppen der Zunft. Mit „Hänseler, du Lumpehund, Usser mit dir, wenn d'Fasnet kunnt“ ruft der Kaujohle nach seinem Gesellen.

Mit einem kräftigen Juchzer tritt der Hänseler ins Licht, und nun unterhalten sich beide darüber, ob sie auch gut auf die kommende Fastnacht vorbereitet sind. Der Dialog endet mit dem Vers: „Vu Liechtmess bis em Fasnetzieschtig / sind mir zwä do närrisch und rieschtig / Uns zwä ghert alles, d'Stadt und Stroß / Heit Nacht goht uns're Fasnet los!“ Danach folgt das schaurige Schauspiel über die Sage des Kaujohle.

Vor rund 200 Jahren herrschten in Markdorf Hunger und Armut. Im anliegenden Wald war ein Förster von der Stadtverwaltung und dem herrschenden Adelsgeschlecht beauftragt, Wilderei zu verhindern. Der Förster aber verhinderte nicht nur das Wildern, sondern vertrieb alle Markdorfer, die frierend und hungernd im Wald nach Holz, Beeren und Pilzen suchten. Der Förster ging mit seinem Hund derart hart vor, dass viele verletzt wurden und einige sogar starben. Als Strafe für sein böses Wesen musste er jämmerlich sterben und ist verdammt auf alle Zeiten als johlender Geist im Kau – hoch deutsch heißt der Wald „Gehau“ und das bedeutet „schlagbarer Wald“ – sein Unwesen zu treiben. Das Schauspiel wird von den Darstellern ausgezeichnet ins Szene gesetzt. Nach dem Schauspiel imponiert die Fahnenschwingergruppe Markdorf mit einer herausragenden Choreographie.

Der Kaujohle-Tanz ist der krönende Abschluss des Narrenweckrufs. Auch da überzeugen die Narren mit gelungenen Showeffekten. Damit die Besucher die Kälte etwas leichter ertragen können, wird von den Narren heißer Punsch aus Thermoskannen ausgeschenkt.

Warm wird's spätestens beim Markdorfer Schunkelwalzer, wo gekuschelt und kräftig geschunkelt wird. Um die Fasnet standesgemäß begrüßen zu können, dafür sorgt im Anschluss des Narrenweckrufs eine fetzige Party im Zunfthaus Obertor. Dort war Stimmung angesagt.

 

Quelle:

www.suedkurier.de

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 
 
 
 

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