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Vereinsvorstellung Südkurier
Donnerstag, 15. Januar 2009

Die hohe Kunst der hohen Würfe

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Der Applaus ist ihnen stets sicher. Wo die Markdorfer Fahnenschwinger-Gruppe erscheint, erntet sie Beifall. So zum Beispiel als Fahnenschwinggruppen-Leiter Tobias Riegger mit seinen sieben Mitstreitern, wie übrigens auch schon im Vorjahr, beim so genannten Narrenruf am Dreikönigstag auftrat. Die Menschen klatschten begeistert, freuten sich – derart gut gefiel ihnen das Schwenken der Flaggen, derart beeindruckt war das Publikum von der Harmonie der Schritt- und Wurfabfolgen. Insbesondere wenn die Schwinger ihre manches Pfund wiegenden Fahnen nach steiler Bahn wieder auffingen, schwoll die Begeisterung noch mehr an. „So ganz zufrieden waren wir nicht“, sagt Tobias Riegger über jenen Abend vor dem Markdorfer Rathaus. Es gab Böen. Und bei aufkommendem Wind ist es extrem schwierig, die Flugbahn einer hoch empor geworfenen Fahne genau einzuschätzen, erklärt Riegger, der inzwischen bereits im 14. Jahr mit dem bunten Tuch schwingt. Die Folge: Am Dreikönigstag gab es manchen Fehlgriff. Zu Boden fallende Fahnen aber bedeuten im Fahnenschwinger-Sport noch immer weit mehr als nur ein Missgeschick oder lässlichen Ausrutscher. Sie sind ein Ärgernis. Und das ist Tobias Riegger deutlich anzumerken. Die Gründe dafür mögen in der Tradition des Fahnenschwingens liegen. Denn es stammt aus Zeiten, als Fahnen weit mehr „Gewicht“ hatten als heute. Die Ursprünge der flatternden Zeichen liegen im Kultischen, wie Tobias Riegger erläutert. In Europa seit der Antike bekannt, dienen sie insbesondere im Mittelalter als Erkennungsmerkmal der Heergruppen. Die Fahne zu tragen, war eine Ehre; sie zu verlieren, galt als Schande. Von seinen kriegerischen Wurzeln hat sich das Fahnenschwingen unterdessen weit entfernt. Was heute zählt, ist die Show, die Choreographie der Gruppen, das Gesamtbild von Tracht, Flaggen und Bewegung. Hinzu komme für die Fahnenschwinger, so ergänzt Tobias Riegger, „die gute Kameradschaft in der Gruppe“. Sie bewährt sich beim intensiven Training, wo die Erfahreneren ihre Kniffe an die „Auszubildenen“ weitergeben. Kameradschaft zeigt sich außerdem während der gemeinsamen Fahrten zu Wettkämpfen oder öffentlichen Auftritten bei Stadtfesten. Kameradschaft hilft auch, etwaige eigene Fehlgriffe zu verschmerzen und den Publikums-Beifall fast ungetrübt zu genießen.

Jörg Büsche

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 
 
 
 

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